Tutorat 201206.07.2012 – 08.07.2012

Lehrgang auf dem Luxusbauernhof. Der Presseclub „daheim ... beim Stanglwirt“

Neonröhren hüllen den Saal in fahles Licht. Die Luft ist abgestanden, das Mineralwasser lauwarm. Noch drei Vorträge bis zur nächsten Pause. Ein Zuhörer kippelt nervös auf seinem Stuhl. Konzentrieren kann sich seit zwei Stunden niemand. Nicht immer finden Fortbildungen in angenehmer Atmosphäre statt.

Anders beim Internationalen Presseclub München: der lässt sich nicht lumpen und lädt seine Nachwuchsjournalisten kurzerhand zum Stanglwirt ein. Und wo lässt es sich besser tagen als in einem Fünf-Sterne Hotel in Tirol?

Beim PR- und Reisejournalismus-Seminar liegen Arbeit und Vergnügen eng beisammen. Denn ein wichtiger Tagesordnungspunkt lautet: die Mentees sollen sich besser kennenlernen.

 

„Griaz eich dahoam beim Stanglwirt! Darf’s a Glaserl Prosecco für Sie sein“, eine Dame im Dirndl begrüßt die Gruppe mit österreichischem Charme und führt sie in die Hotelbar. Massive Holztische, bequeme Ohrensessel, karierte Deckchen – „Man könnte fast glauben, in einer Skihütte zu sein“, sagt eine Nachwuchsjournalistin. Wären da nicht die Lipizzaner im Hintergrund. Durch eine gläserne Wand können Gäste einen Blick in die hauseigene Reithalle werfen und das edle Gestüt vom Sofa aus beobachten. Im Biohotel Stanglwirt verwischen Luxus und Gemütlichkeit. Hotelgäste sollen sich „daheim fühlen“. Das macht sich vor allem in der Einrichtung bemerkbar.

Hausherr Balthasar Hauser verzichtet auf Prunk und verbaut vorwiegend nachwachsende Rohstoffe in seiner Hotelanlage. Vom Dielenboden bis zum Zimmertelefon – Gebäudeteile und Möbelstücke sind größtenteils aus Holz gefertigt. Ein Kellner reicht den Begrüßungssekt. „Auf ein erfolgreiches Wochenende“, sagt Elia Treppner, Leiter des Tutoratsprojekts und stellvertretender Geschäftsführer des Internationalen Presseclubs München.

Lernen im Luxushotel: In der Bibliothek des Stanglwirts

Schließlich stehen zwei spannende Seminare auf dem Programm: Marcel Brunnthaler, Geschäftsführer von Hansmann PR und Berater des Biohotels Stanglwirt berichtet über seine Arbeit als PR-Manager. Unterstützt wird er dabei von Maria Hauser, Tochter des Hausherrn und Marketingleiterin des Hotels. Im zweiten Kurs können sich die Mentees selbst beweisen. Als Nachrichtensprecher, Boulevard-Reporter oder Wirtschaftsexperte üben sie sich vor der Kamera. Die Journalistin und Moderatorin Claudia von Brauchitsch motiviert und berät die angehenden Journalisten dabei mit großem Engagement.

Zwischen den Workshops bleibt dennoch genug Zeit, um die Vorzüge des Stanglwirts zu erkunden – vorausgesetzt, die Mentees wollen ihre Hotelzimmer überhaupt verlassen. Denn dort warten Whirlpool, offener Kamin und hausgemachte Pralinen. Manche können sich sogar über eine Privatsauna mit Ausblick auf den Wilden Kaiser freuen. Eine besondere Überraschung: jeder Gast erhält eine persönliche Grußkarte vom Chef des Hauses. „Auf die Details kommt es eben an“, sagt Maria Hauser. Damit sind wohl auch der Franzbrandwein im Kosmetikkörbchen sowie das geheime Schnapsfach im Aufzug gemeint. Daheim sein – inzwischen macht sich das wohlige Gefühl auch bei den meisten Nachwuchsjournalisten breit. Zumindest fühlen sie sich wie die Gäste eines guten Freundes, der ein Lipizzaner-Gestüt im Wohnzimmer hat. Das liegt nicht zuletzt am Hotelservice. Heißt man Wladimir Klitschko oder ist ein Mentee des Münchner Presseclubs: jeder Hotelgast erfährt die gleiche aufmerksame Behandlung. So dürfen auch die Nachwuchsjournalisten im Wellness-Bereich entspannen und das Sechs-Gänge-Menü am Abend genießen.

Doch bald schon heißt es: „Pfiad di, Stanglwirt!“ Umso besser, dass am Ende des Seminarwochenendes noch ein besonderer Höhepunkt ansteht. Gemeinsam mit Maria Hauser wandern die Mentees auf die Stanglalm. „Servus, i bin da Kaasersepp!“ Auf dem Berg wird die Gruppe bereits erwartet. Der Käser Sepp begrüßt sie mit Willi und Bergkäse, den er hier den Sommer über produziert. Nach einer kurzen Führung durch die Käserei, nehmen die Mentees vor der Hütte Platz. Vor dem herrlichen Panorama der Kitzbühler Alpen fällt es nicht leicht, sich zu verabschieden. Doch die Gruppe muss mit dem Abstieg beginnen. Das Wochenende beim Stanglwirt behalten die angehenden Journalisten mit Sicherheit in bester Erinnerung.

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Text: Lena Ledwa

Fotos: Elia Treppner

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