Presseclub Forum10.10.2017 11:00

Der tödliche Mangel an Organspenden: Das deutsche Transplantationsgesetz

Deutschland braucht dringend mehr Organspender. Weil Spenderorgane fehlen, sterben bei uns jeden Tag drei der 11.000 Patienten, die auf der Warteliste registriert sind. Nach langen und engagierten Diskussionen wurde im November 2012 das Transplantationsgesetz geändert und die „Entscheidungslösung“ eingeführt. Seither ist die Zahl der Organspenden in Deutschland dramatisch gesunken. In den meisten europäischen Nachbarstaaten gilt die „Widerspruchslösung“. Die Statistik zeigt: Bei diesen gibt es 35 Spender pro 1 Million Einwohnern, in Deutschland sind es derzeit nur 10. Müssen wir das Gesetz erneut ändern? Über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Transplantationsgesetze diskutieren Professor. Dr. Stefan Thorban vom Transplantationszentrum im Klinikum rechts der Isar und Dr. Stephan Eschertzhuber, Privatdozent am Transplantationszentrum im Uniklinikum Innsbruck und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Transplantation, Transfusion und Genetik (Austrotransplant). Erörtert werden auch die Gründe, warum die „Widerspruchslösung“ bisher in Deutschland nicht eingeführt wurde. Diskutiert wird auch über das spanische Erfolgsmodell. Die Diskussion leitet PresseClub-Vorstandsmitglied Taha Karem.

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