Pressegespräch01.10.2019 18:00

Droht der Krieg ums Wasser? PresseClub-Gespräch mit dem Afrika-Fotografen Florian Wagner

Die Schönheit Afrikas liegt am Wasser, sagt der Oberammergauer Florian Wagner und hat diesen Zauber in atemberaubenden Panoramabildern eingefangen. Dafür ist der international gefragte Fotograf (National Geographic, Stern, Süddeutsche Zeitung, Playboy, Terra Mater) auf einem abenteuerlichen Trip 22.000 Kilometer durch zehn afrikanische Länder gereist, zumeist im Helikopter und mit einer Leica S in der Hand. Zu den Fotos hat er aber auch die bedrückende Erkenntnis mitgebracht: „Die nächsten Kriege werden ums Wasser geführt.“ Afrika verfügt zwar über gigantische Wassermassen wie den Tanganjika-See in Tansania mit 17 Prozent der weltweiten Süßwasservorräte, der aber so überfischt wird, dass er bald zu kippen droht. Oder das Okavanga-Delta in Botswana, mit dessen Wasser, das den „Garden Eden“ Afrikas erblühen lässt, die Regierung von Angola nun Geld verdienen will. Schon 40 Projekte vom Kraftwerk bis zum Reisanbau durch chinesische Investoren sind genehmigt. Wagner: „Damit bereichern sich nur die Eliten.“ Doch es gibt auch Hoffnung: Unter der namibischen Etoschapfanne, einer der trockensten Regionen der Welt, wurde kürzlich ein gewaltiger unterirdischer See entdeckt, mit dessen 80 Milliarden Kubikmeter Wasser die Region gut 400 Jahre lang versorgt werden könnte. Das immerhin sei ein Grund zur Freude, meint Wagner, der mit seinen 360°-Panoramen das Bewusstsein für das Wasser als unsere wichtigste Lebensgrundlage schaffen will. Die Diskussion moderiert PresseClub-Vorsitzender Peter Schmalz.

Zurück