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1968 und heute: Der „lange Marsch“ ist noch nicht zu Ende!? - Vortrag, Filmvorführung und Diskussion

Die Jahre 1965 bis 1968: Aufstand gegen die Nazi-Generation, die in den Amtsstuben, den Schulen, Gerichtssälen und nicht zuletzt in den Universitäten immer noch den Ton angab. Protest gegen die Notstandsgesetze und gegen den Krieg der USA in Vietnam. Und nicht zuletzt: Aufbegehren der Frauen gegen Männer-Dominanz in allen Lebensbereichen.

Aus Anlass des 50-jährigen „68er-Jubiläums“ blicken wir zurück und schauen nach vorn: Hannes Heer, Historiker, Publizist und Ausstellungsmacher, war damals selbst einer der prominenten Aktivisten des SDS (Sozialistischer Deutsche Studentenbund). In seinem Vortrag versucht er, die Geschichte des SDS und dessen Suche nach einer theoretischen Fundierung der Revolte zwischen Reform und Revolution zu rekonstruieren. In seinem Film „Mein 68: Ein verspäteter Brief an meinen Vater“ (WDR 1988) liefert er mit einer autobiographischen Skizze – im fiktiven Dialog mit dem Vater und am Beispiel der SDS-Gruppe an der Bonner Universität – ein Bild des Besonderen und Privaten im Allgemeinen.

Vor dem Hintergrund der Thesen von Vortrag und Film gehen wir mit Dr. Elisabeth Zellmer, Autorin des Buches "Töchter der Revolte? Frauenbewegung und Feminismus der 1970er Jahre in München" den Fragen nach:
• Was ist geblieben von der revolutionären Begeisterung?
• Welche gesellschaftlichen und politischen Veränderungen sind dadurch tatsächlich angestoßen worden?  
• Was ist aus der autoritären Ordinarien-Universität geworden, die auf die Forderungen einer neuen Studierenden-Generation nach Teilhabe an Entscheidungen und Öffnung für gesellschaftlich-politische Diskurse mit Repression antwortete?

Und wir betrachten die 68er-Revolte auch und gerade aus Sicht der Frauen:
• Was hat 1968 für die jungen Frauen gebracht?
• Welche Rolle haben sie gespielt?
• Und vor allem: Wie ist ihre Situation heute - speziell an den Universitäten?

Mit anderen Worten: Was hat der „lange Marsch durch die Institutionen“, den Rudi Dutschke gefordert hatte, wirklich erreicht?

Auf dem Podium:
• Hannes Heer: Historiker, Regisseur und Publizist, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter des Ausstellungsprojektes „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Die im Rahmen des von ihm geleiteten Ausstellungsprojekts „Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der ‚Juden‘ und ‚politisch Untragbaren‘ aus den deutschen Theatern 1933 bis 1945“ entstandene  Open-Air-Fallstudie  „Die Bayreuther Festspiele und die ‚Juden‘ 1876 bis 1945“ steht als Dauerausstellung auf dem Bayreuther Festspielhügel.
• Dr. phil. Elisabeth Zellmer: Historikerin und Politologin, Referentin für Promotion, Forschung und Internationalisierung am Munich Center of Technology for Society an der Technischen Universität München.

Info und Anmeldung: Veranstalterin ist die Petra-Kelly-Stiftung e. V., Eintritt frei, Anmeldung erwünscht auf der Internetseite der Petra-Kelly-Stiftung e. V. oder per E-Mail (info@petra-kelly-stiftung.de).

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