Sonstiges12.07.2024 11:30

Werkstattgespräch mit Journalisten aus Burkina Faso. Informationsaustausch zu Journalistenverfolgung, Zensur, Unterdrückung unabhängiger Berichterstattung.

Insgesamt werden auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung und in Kooperation der HSS-Repräsentanz in Westafrika fünf Journalisten aus Burkina Faso für eine Woche nach Brüssel und München reisen. Neben politischen Gesprächen zur aktuellen Lage im Sahel in Bezug auf die Pressefreiheit und den Kampf gegen Fake-News und Desinformation, sind auch journalistische Aspekte und die journalistische Arbeit Bestandteil der Delegationsreise. Hierunter fallen ein Austausch mit Journalisten, aber auch der Erhalt von Informationen über bestehende Programme in Bayern zum Fact-Checking (beim BR).

Hintergrund Burkina Faso (zusammengestellt von Götz Heinicke, Leiter HSS-Büro Westafrika):
„Leider ist die Lage im Sahel (Mali- Burkina Faso - Niger) derzeit nicht gut und dies hat direkte Auswirkungen auf Europa. Alle drei Länder werden vom Militär regiert und suchen die enge Zusammenarbeit mit Russland. Desinformation, Fake-News und Hate-Speech vor allem in den sozialen Medien gewinnen immer mehr an Bedeutung und werden gezielt gegen den Westen eingesetzt. Gleichzeitig werden die Länder immer wieder von Terroranschlägen durch Al-Khaida-Untergruppierungen erschüttert und weite Teile der Länder befinden sich unter Kontrolle der Terroristen - in Burkina Faso etwa 40% des Staatsgebiets. Die Militärregierungen stehen diesem Staatsverfall momentan ziemlich machtlos gegenüber. Parallel wurde die Pressefreiheit massiv eingeschränkt und es wurde Journalisten verboten, über Terroranschläge zu berichten. Auch Kritik an den Regierungen endet mit drastischen Strafen für die Journalisten - in Burkina Faso mit der Zwangsrekrutierung. Aufgrund der wachsenden Unsicherheit steigen die Flüchtlingszahlen in der Region massiv an - in Burkina Faso sind derzeit 2 Mio Menschen, 10% der Bevölkerung, auf der Flucht. Der zunehmende Staatszerfall droht zur Bildung von einem oder mehreren islamischen Kalifaten zu führen, welche - quasi vor der Haustür Italiens - die Sicherheit in Europa massiv bedrohen könnten.“

Vor diesem Hintergrund arbeitet die Hanns-Seidel-Stiftung mit dem journalistischen Partner FasoCheck zur Bekämpfung von Desinformation, Fake-News und Hate-Speech zusammen. Alle fünf Journalisten, die nach Deutschland kommen werden, sind in diese Projektaktivitäten eingebunden. Die Journalisten sprechen Französisch und Englisch.

Moderation: Dr. Uwe Brückner / Vorsitzender PresseClub München

Anmeldung erforderlich, unter info@presseclub-muenchen.de.  Bitte beachten Sie: Auf Grund der sensiblen Themenlage sind Fotos/Videoaufnahmen der Gäste nicht möglich.

 

Zurück