Ehrung für PresseClub Vorstand Hans Schwepfinger

Ehrung für PresseClub Vorstand Hans Schwepfinger. Foto: Gerog Lehmacher.

Presseclub Vorstandsmitglied Hans Schwepfinger erhielt am 25. März 2017 von der Luftrettungsstaffel Bayern e.V. die Ehrennadel in Gold. Wir gratulieren!

Foto: Gerog Lehmacher

Mit strahlender Zuversicht ins Neue Jahr

Münchner IBM-Internet-Zentrum verändert die Welt

Münchner IBM-Internet-Zentrum verändert die Welt. Pressekonferenz am 8.03.2017. Foto: Robert Auerbacher.

Als Highlight für den PresseClub kam am 8. März 2017 Niklaus H. Waser, der CEO des nagelneuen IBM Global Headquarters, aus den Highlight-Towers, Münchens höchsten Hochhäusern, zur Pressekonferenz. Die Wissbegier war groß, soll sich doch hinter dem First European Watson Research Center mit seinen „interactive spaces“ etwas vollziehen, was bisher einzigartig auf der Welt ist, und das nicht in den USA, wo die anderen 13 IBM-Einheiten ihren Sitz haben, sondern ausgerechnet in München. Hier soll schwerpunktmäßig die vielseitig einsetzbare Software Watson (genannt nach dem Gründer der IBM) erstellt werden, die für eine bessere Vernetzung von Mensch, Maschine und Computer sorgen soll. IoT steht für Internet of Things, es geht darum, unstrukturierte Informationen in strukturierte Daten zu verwandeln, aus denen dann ein Mehrwert für die Menschen, die Gesellschaft, für Wissenschaft und Wirtschaft gewonnen werden kann. „Aber wir fangen  gerade erst an“, betont Niklaus Waser, „gemeinsam mit unseren Kunden, die mit uns für eine Zeitlang Quartier in unserem Tower bezogen haben. Zurzeit arbeiten im Tower 700 Personen. Später werden es vielleicht 1000 sein.“

München hat sich weltweit gegen zahlreiche andere e Business-Zentren durchgesetzt. „Wir finden hier eine breite Palette an interessanten Anwendungsindustrien, exzellente Forschungseinrichtungen, kompetente Fachkräfte, zwei Exzellenz-Universitäten und bestens ausgebaute Infrastruktur wie den nahen Flughafen.“ Direkt in der Nachbarschaft sitzen bereits Amazon und Microsoft, in anderen Stadtteilen forschen die Entwickler von Siemens, General Electric und dem Telekom-Ausrüster Huawei. Die Lebensqualität von München und Umgebung sei sprichwörtlich, so falle es nicht schwer, die besten Kräfte aus der ganzen Welt hierher zu holen. Und natürlich sei ein Ereignis mit München untrennbar verbunden – das Oktoberfest.
Das Watson IoT-Center ist mit 200 Million en Dollar die größte IBM-Investition in Europa seit 20 Jahren.

Unter einem Global Headquarter erwarten viele ein Verwaltungszentrum, das Watson IoT Center aber ist im Wesentlichen ein Forschungszentrum für Lernende Systeme aller Art. So könnte man aus diversen zunächst unstrukturierten Daten von Eisenbahnwagen wichtige Informationen gewinnen, wann  der optimale Zeitpunkt für vorbeugende Instandhaltungen gekommen ist. Ärzte können bei bereits getroffenen Diagnosen darauf hingewiesen werden, dass vielleicht noch eine andere Erkrankung anzutreffen ist, wie sich aus Tausenden von Forschungsergebnissen herausgestellt hat. Watson spricht dabei Empfehlungen aus, nimmt dem Experten jedoch nicht die Entscheidung ab.
Waser: „Wir stellen uns drei Fragen bei unserer Arbeit: Wie können wir unsere Performance ständig verbessern? Wie können wir den Kundennutzen erhöhen, indem wir uns zum Beispiel ständig fragen, was der Kunde mit unseren Produkten macht? Und welche neuen Geschäftsfelder ergeben sich aus unserer Forschung?“

Der IBM-Manager musste zahlreiche Fragen der Kollegen beantworten. Hier einige Antworten:
Unter dem Internet der Dinge verstehen wir, dass die Dinge auf der technologischen Ebene miteinander kommunizieren und wir daraus mentale Intelligenz gewinnen. - Bedrohungen auf allen möglichen Gebieten werden bei uns simuliert, damit wir sie verstehen lernen, um sie zu verhindern. - Watson IoT arbeitet mit allen unseren Partnern weltweit zusammen und wird Experten aus aller Welt in München zusammenführen. - Wir arbeiten auch in enger Partnerschaft mit Berufsakademien, um die besten Studenten frühzeitig für uns zu interessieren. - Wir fördern Start-ups, die auch für eine Zeitlang im Tower arbeiten und damit sämtliche Tools nutzen können, die es im Hause gibt. - Jeder Kunde bleibt Eigentümer seiner Forschungsergebnisse. Die Leistung, die Forschungsergebnisse, die der Kunde bei uns zu gewinnen hofft, sind eine Investition. Er muss abwägen, ob dieser Gewinn höher sein wird als die Kosten. - Arbeitsplätze, die durch die Digitalisierung der Produktion und der Dienstleistungen entbehrlich werden, werden durch neu entstehende Geschäftsfelder und Produkte kompensiert. - Watson IoT bedient nicht den Endkunden, sondern hilft dem Endkunden, erfolgreicher zu werden.

Peter Schmalz, unser Club-Chef, der wieder souverän moderierte, dankte Niklaus Waser und gab seiner Hoffnung Ausdruck, ihn in angemessener Zeit wieder im Club begrüßen zu dürfen, um dann über Fortschritte berichten zu können.

Fotos: Robert Auerbacher.

Studio Unterföhring

Studio Unterföhring. Foto: Hans Schwepfinger.

Sie sind fast eine richtige kleine Stadt. Büros, große und kleine Hallen, Werkstätten, eine Kantine. Klamotten gibt es im Fundus und den passenden Maßkrug zum Outfit in der Requisite. Die Fernsehstudios des Bayerischen Rundfunks in Unterföhring waren Ziel einer Besichtigung von Mitgliedern des PresseClub München.

Ein gewisser Hauch von Wehmut weht an diesem Februartag übers Gelände. Ja doch, der BR müsse sparen, und nein, eine andere Chance als das Vergeben von Produktionen an externe Firmen gibt es nicht. Es ist der kleinste Standort des BR. In Freimann sitzen die aktuellen Fernsehkollegen, im Funkhaus der größte Teil der Verwaltung und des Hörfunks. Und Unterföhring?

 

Beim Betreten des Kostümfundus gleich zwei Warnungen: Schauen, wo man hintritt, nicht stolpern, und: „Hübsch beinander bleiben, wenn Sie nachher nicht mehr da sind, hat die Pheromonfalle zugeschlagen.“ Jede Menge Schubladen gleich hinter dem Ausgabetresen: Miesbacher Trachtenhüte, trachtige Trachtenhüte, Sommertrachtenhüte, graue Trachtenhüte … Hier lagern die Kostüme des BR, die für die verschiedensten Produktionen gebraucht werden. Ob München 7, Schleichfernsehen oder der Komödienstadl, alle werden oder wurden hier ausgestattet und eingekleidet.

 

Auf Hygiene wird im Fundus geachtet. Auch Lederklamotten werden gereinigt, bis hin zur Geruchsprobe gehen die Damen. Durchgehen dürfen die Besucher auch, „nichts rauszerren, und die Leitern kann man zur Seite schieben“. Justament bei unserem Besuch bereiteten die Damen die Kostüme für Helmut Schleich vor, der in der Woche Produktion hat. Ob Angela Merkel oder König Ludwig, hier wird Schleich geholfen. Daneben macht der Fundus auch für den ARD-Tatort oder den Nockherberg Beistellungen.

In den Regieräumen erhalten wir Einblick, wo die Bilder, Zuspielungen, Untertitel zusammenlaufen. In unserem Fall sind wir in der Regie von „Wir in Bayern“. Vier Studios gibt es in Unterföhring, zwei Regieräume. Das Herzstück des Standorts Freimann. Früher, so Scheidl, gab es die Riva-Studios, die hat der BR übernommen. Heute erinnert daran nichts mehr, hochmodernste Technik überall. Da, wo früher die MAZ (Magnetische Aufzeichnungstechnik, quasi die Zuspielung von Fernsehfilmen in Sendungen) saß, finden sich heute Server und Schränke für das Internet. Aus jedem der Regieräume kann jedes Studio angesteuert werden. Theoretisch, sagt Scheidl:

 

Und ein paar Schritte weiter steht der PresseClub in der Kulisse von „Wir in Bayern“. Gruppenfoto nach Regie von Johann Schwepfinger, dann erklärt Florian Scheidl die neue Rundkulisse von „Wir in Bayern“. Früher gab es eine halbe Kulisse, auf der einen Seite die Kameras, auf der anderen Seite die Moderatoren. Ein Meisterwerk aus der Kulissenwerkstatt in Unterföhring.

 

Nächste Station: Die Kulissenwerkstatt. Im Hintergrund läuft (wie sollte es auch anders sein?) Bayern 3, die Handwerker sind in der Mittagspause. Zeit, dass der PresseClub ungehindert besichtigen kann:

 

Grade gibt es nicht viel zu sehen, was aber bemerkenswert ist, an den Wänden hängt der eine oder andere Teil einer Kulisse, hier die perspektivische Front eines Bauernhauses, das wohl mal im Komödienstadl verwendet wurde, da auf Sperrholz aufgezogen das Logo von „Pumuckl TV“.

Nach den großen Teilen geht es rüber in die Requisite. Dort, wo die kleinen Teile lagern. Bücher, Thermometer in jeglicher Ausfertigung, ob für Wand oder Hand, auch Maßkrüge finden sich. Was man halt im Fernsehen zur lebensechten Ausstattung braucht:

 

Und damit endete die Führung für den PresseClub. Schön war es, dass wir uns ungestört umschauen konnten, fragen durften. Eine Fernsehproduktion sahen wir dieses Mal zwar nicht, dafür aber einen Fernsehstandort, der geölt wie eine Maschinerie läuft. Trotz der leichten Wehmut, die übers Gelände weht, weil der Standort Unterföhring zur Disposition steht. Schade, mag sich mancher denken. Der Besuch wurde bestens vorbereitet und eingefädelt von Anita Bauer-Duré, der stellvertretenden Vorsitzenden des PresseClubs. Sie war selbst lange Jahre beim Bayerischen Fernsehen und weiß auch heute noch die Kontakte von damals zu nutzen. Herzlichen Dank ihr – und unserem humorvollen, verständigen Führer Florian Scheidl, dem der PresseClub auch viel Erfolg für den Abschluss seiner Doktorarbeit wünscht.

Fotos: Hans Schwepfinger

Führung bei der Stiftung Maximilianeum

Sie leben in friedlicher Koexistenz, die einen nimmt man wahr, die anderen nicht. Die einen zahlen Miete und Pacht an die, die 1852 ihren Ursprung nahmen – die Mieter zogen erst nach dem Krieg ein. Was so rätselhaft klingt, ist das Verhältnis von Landtag und Stiftung Maximilianeum. Die Stiftung ist Hausherr im Maximilianeum, der Landtag Mieter. Und während jeder in den Landtag kommen kann, als gewählter Abgeordneter oder als Besucher, schaffen es nur die wenigsten in die Stiftung. Entweder hat man ein Einser-Abitur – oder das Glück, bei einer Führung des PresseClub Münchens dabei gewesen zu sein.

Führung bei der Stiftung Maximilianeum. Foto: Hans Schwepfinger.

Hoch über dem Ufer der Isar steht wirkmächtig das Maximilianeum. 1848 wollte König Maximilian II. seinen Plan umsetzen, eine Einrichtung zur Förderung junger Studenten zu gründen. Ein Plan, den er schon als Kronprinz gefasst hatte. Und den der damalige Landtag torpedierte. Der verweigerte schlichtweg die Mittel. So griff Max II. in seine Privatschatulle, gründete 1852 das Athenäum, das wenige Jahre später in Königliches Maximilianeum umbenannt wurde. Das „königlich“ verschwand dann in den Wirren der Revolution von 1918.

Wenn man sich dem Bau von der Ostpforte her nähert, fällt einem neben dem ockerfarbenen, dem eigentlichen Maximilianeum, auf, dass es An- und Zubauten gibt. Stiftungsvorstand Hanspeter Beißer klärte die Mitglieder des PresseClubs auf. Erste Anbauten gab es 1960, Erweiterungsbauten 2005 und 2011:

 

Im Altbau hat die Stiftung 29 Zimmer, im Neubau 21, es können also 50 Stipendiaten untergebracht werden. Eigentlich sollten zu den 26 männlichen Stipendiaten zehn Damen dazukommen. Das war der Sinn der Wittelsbacher Jubiläumsstiftung. Es kam anders, erklärt Beißer:

 

Die Stiftung Maximilianeum lebt vom Erbbauzins, die Gebäude und das Grundstück sind in ihrem Besitz. Gott sei Dank, sagt Hanspeter Beißer. In der Inflation der 20er Jahre ist viel Geld verloren gegangen. Auch bei der Stiftung. Das bisschen Kapital hätte die Stiftung nicht am Leben gehalten. Und als der Zweite Weltkrieg vorbei war, war dann die finanzielle Situation der Stiftung desolat. Es mag wie ein Geschenk des Himmels anmuten, dass der Bayerische Landtag auf der Suche nach einer neuen Bleibe im Maximilianeum fündig wurde. So zahlt der Freistaat Bayern heute Miete und Pacht, Geld, dass die Stiftung aufwenden kann, die Stipendiaten bei freiem Logis und Kost zu beherbergen. Im Rahmen der Führung konnte der PresseClub die Räumlichkeiten ausgiebig besichtigen. Nun gut, die Zimmer der Studierenden waren tabu. Bemerkenswert ist, dass die Zimmer freiwillig jahresweise getauscht werden können. Der Ausblick vom Maximilianeum muss früher schon eine Besonderheit gewesen sein:

 

Die Stiftung hat eine Bibliothek mit den wichtigsten Büchern, die in den ersten Semestern gebraucht werden. So kann man oft ohne den Besuch in der Uni-Bibliothek auskommen. Und modern sind sie allemal in den Gebäuden: Die Stiftung ist per Richtfunk an das Leibniz-Rechenzentrum der Uni angebunden. Über die Anschaffung der Bücher wird in der Stipendiaten-Gemeinschaft entschieden. Wie überhaupt die Gemeinschaft mit viel Selbstverwaltung funktioniert. Jeder übernimmt während des Semesters bestimmte Aufgaben, das prägt die Gemeinschaft, betont Stiftungsvorstand Beißer. Diese unterscheide sie auch dadurch von anderen Studienstiftungen:

 

Eine Besonderheit ist die Auswahl der Stipendiaten. 1852 gehörte noch die Pfalz zu Bayern (wie heute übrigens noch das Bistum Speyer zur Bayerischen Bischofskonferenz gehört). Und so werden noch heute die Stipendiaten aus Bayern und der Pfalz ausgewählt. Die Auserwählten können alles studieren – außer Theologie und Medizin. Das liegt in der Geschichte begründet: Für die Theologen sorgten damals die Kirchen, und die Mediziner hatten damals nicht das Augenmerk des Königs. Er wollte beste Verwalter aus allen Bereichen heranziehen:

 

Unter den Stipendiaten und Absolventen finden sich viele Berühmtheiten. Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht, der Schriftsteller Carl Amery und Michael Kunze, der berühmte Textdichter. Aber auch Werner Heisenberg, der noch im alten (jetzigen Landtags-) Gebäude wohnte. Und Franz Josef Strauß, ein Spezialfall:

 

Das Maximilianeum ist auch für seine Gemälde bekannt. 30 gab Maximilian II. in Auftrag. Ein Teil ist im Bereich des Landtags aufgehängt, ein Teil in den Räumen der Stiftung, eines hängt in den Pinakotheken und einige fielen dem Brand im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Und die Gemälde auf den Gängen der Stiftung? Nun, die sieht der normale Landtagsbesucher nicht. Vielleicht ist auch das ein Grund, dass diese Führung für den PresseClub besonders gut besucht war. Oder lag es an der Geselligkeit, die Vorstand Hanspeter Beißer bestens zu erzeugen wusste? Mancher mag sich an seine eigene Internatszeit erinnert haben – womöglich resultierte daher auch der unerfüllbare Wunsch einiger Mitglieder, mal ein Zimmer zu sehen.

Text: Heinrich Rudolf Bruns. Fotos: Hans Schwepfinger.

US-Generalkonsulin Jennifer D. Gavito

US-Generalkonsulin Jennifer D. Gavito. Foto: Hans Schwepfinger.

Das Interesse war groß, als die amerikanische Generalkonsulin Jennifer D. Gavito nur zwei Wochen nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump sich den Fragen im PresseClub stellte. Bei dem Hintergrundgespräch, über das nicht berichtet wurde, ging es um vor allem um die Erwartungen an die neuen Regierung in Washington: Gibt es weiter eine engen Partnerschaft mit Europa, bekennen sich die USA auch künftig zur Nate? Müssen deutsche Firmen hohe Exportzölle befürchten? Lassen die ersten Dekret des Präsidenten befürchten, dass Amerika sich abschottet? PresseClub-Vorsitzender Peter Schmalz dankte der Generalkonsulin für ihren Besuch und die ausführliche Diskussion.

Foto: Hans Schwepfinger