Der PresseClub München bezieht Position zum Krieg in der Ukraine

Der PresseClub München bezieht Position zum Krieg in der Ukraine

Liebe Freundinnen und Freunde des PresseClub München,
als größter und ältester deutscher Presseclub, nimmt der Internationale PresseClub München e. V. zu den russischen Kriegshandlungen auf dem Territorium der souveränen Republik Ukraine wie folgt Stellung:

Der PresseClub München e. V. verurteilt den völkerrechtswidrigen Einmarsch in die Ukraine aufs Schärfste.

Vladimir Putin und die einflussreichen Menschen in seinem Umfeld haben mit ihrem Überfall auf die Ukraine das hohe Ansehen der russischen Kulturnation für ihre verbrecherischen Ziele und einen Angriffskrieg missbraucht. Unsere Gedanken sind bei den engagierten Bürgerinnen und Bürgern der freiheitsliebenden Demokratie in der Ukraine. Berufsverbote, Unterdrückung und Verfolgung unabhängiger Journalistinnen und Journalisten, sowie aller Medienschaffenden im Kriegsgebiet werden vom Internationalen PresseClub München e. V. verabscheut. Freie Presse und der ungehinderte Zugang zu unabhängigen Medien werden mit Nachdruck eingefordert.

Es braucht dringender denn je mutige und unbehinderte journalistische Begleitung von Politikhandeln, sowie öffentliche Kritik bei Unrecht und Menschenrechtsverbrechen. Unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den ukrainischen Journalistinnen und Journalisten die sich in diesen Kriegszeiten für mutige Berichte und Recherchen einsetzen.

Ihr
Dr. Uwe Brückner
Vorsitzender

Olympia in Peking: Ein unpolitisches Sportereignis oder eine Stärkung der Diktatur? – was sagen die Uiguren und Tibeter dazu?

Olympia in Peking: Ein unpolitisches Sportereignis oder eine Stärkung der Diktatur – was sagen die Uiguren und Tibeter dazu? Foto: Jörn Dreuw.

Die Olympischen Winterspiele in Peking, die bis zum 20. Februar laufen, sind hoch umstritten: Nicht nur weil China keine Tradition im Wintersport hat, sondern weil die Menschenrechtslage in dem kommunistischen Riesenreich katastrophal ist und die Grundlagen des Internationalen Olympischen Komitees in der Theorie Frieden und Völkerverständigung sind – Werte, die China in vielen Punkten nicht lebt. Bundeskanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock sind bewusst wie viele andere Politikerinnen demokratischer Staaten nicht nach China gereist – ein symbolischer Akt der Hilflosigkeit.

In Tibet fühlen sich viele Einwohner nach der chinesischen Besetzung rechtlos, und der muslimische Volksstamm der Uiguren wird seit einigen Jahren brutal unterdrückt. Uigurische Flüchtlinge berichten von Zwangsarbeit, Zwangsabtreibungen, Sterilisation, Vergewaltigung und psychischem Terror in Umerziehungslagern, der Deutsche Bundestag sprach in einer Resolution von einer brutalen und systematischen Strategie, die die Existenz des uigurischen Volkes gefährde. Die USA, Kanada, Großbritannien und Frankreich bezeichnen die Unterdrückung sogar als kulturellen Genozid.

Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, setzt sich besonders für uigurische Menschen sein. Zusammen mit Asgar Can, dem Vorsitzenden der Uigurischen Gemeinde Europa, und Zufiye Kasim, deren Familie betroffen ist, hat der SPD-Politiker im Münchner PresseClub über Sinn und Unsinn von Olympia in China berichtet. Außerdem saß der Schauspieler Ralf Bauer, der einen Film über Tibet (Sem Dhul – die Wiederkehr) gedreht und mit buddhistischen Mönchen gelebt hat, auf dem Podium. Warum das umstrittene Sportereignis nicht unpolitisch sein kann, haben der Schauspieler, der Politiker und die beiden Sprecher der Uiguren erklärt.

PresseClub-Vorstandsmitglied Manfred Otzelberger hat die Diskussion geleitet.

Text: Manfred Otzelberger
Foto: Jörn Dreuw

Sehen Sie hier den Mitschnitt des PresseClub-Gesprächs vom 11.02.2022

Missbrauchsskandale in der Katholischen Kirche: Die Opfer sprechen

Missbrauchsskandale in der Katholischen Kirche: Die Opfer sprechen. Foto: Jörn Dreuw.

Die Katholische Kirche ist in ihrer größten Krise: Die Missbrauchsskandale sind in aller Munde, die Kirchenaustrittszahlen sind so hoch wie nie, der ehemalige Papst Benedikt XVI. steht als Lügner da, gegen Kardinal Marx werden neue Rücktrittsforderungen laut. Eine moralische Institution steht am Pranger.

Wie sehen Betroffene, die sehr viel Leid erdulden mussten, die Lage? Der Münchner Pfarrer Dr. Wolfgang F. Rothe und die Sozialpädagogin Agnes Wich wurden selbst missbraucht, Agnes Wich im Alter von neun Jahren durch einen Pfarrer, Wolfgang F. Rothe durch einen Bischof. Im Münchner PresseClub erzählen sie, wie sich aus ihrer Opferperspektive befreit haben und warum die Zeit der Vertuschung in der Kirche vorbei ist. Sie entwickeln eine Perspektive, wie eine empathische und gerechte Kirche aussehen kann und wie man die Stimmen der Betroffenen von sexuellem Missbrauch als Akteure ihres eigenen Lebens hörbar machen kann. Dr. Wolfgang F. Rothe und Agnes Wich diskutierten mit PresseClub-Vorstandsmitglied Manfred Otzelberger. Im Verlauf des PresseClub-Gesprächs wurde auch Anselm Bilgri, der im Publikum saß, auf das Podium gebeten.

Text: Manfred Otzelberger
Foto: Jörn Dreuw

Sehen Sie hier den Mitschnitt des PresseClub-Gesprächs vom 04.02.2022

PresseClub-Gespräch mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

PresseClub-Gespräch mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am 11.01.2022. Foto: Michael Lucan.

Im November 2021 hat der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm den Ratsvorsitz der Evangelischen Kirche in Deutschland nach sieben Jahren Amtszeit abgegeben. Große Herausforderungen waren in dieser Periode zu bewältigen: Die Flüchtlingskrise, in der sich insbesondere die evangelische Kirche mit humanitären Initiativen engagierte. Dazu die Pandemie, die Bedford-Strohm als Dilemma zwischen der Vereinsamung von Menschen und dem legitimen Schutz der Allgemeinheit definiert. Schwierigste Problemzonen, denen der studierte Theologe, Pfarrer und Wissenschaftler mit seinen Schwerpunkten auf Sozial- und Friedensethik, Ökumene und Gerechtigkeitstheorien begegnete.

Unser Gespräch wird eine Bilanz ziehen aus seiner Arbeit als EKD-Vorsitzender, soll einen Ausblick wagen auf die Zukunft der Ökumene und der Laienarbeit. Nicht zuletzt wird eine Einschätzung der neuen Regierungsperspektive aus christlicher Sicht interessant werden. Wo sieht unser Gast politischen Handlungsbedarf? Als Christ sei eine politische Einmischung unverzichtbar. Schließlich gilt sein persönliches Motto: „Wer fromm ist, muss politisch sein!“ Wie steht es mit der Mitgliederbewegung in der evangelischen Kirche? Seine täglichen Posts und Videobotschaften für die Netzgemeinde brachten ihm den Titel „Facebook-Bischof“ ein. Er sagt: Die Kirche muss zu den Menschen kommen. Wie sieht unser Gast den Stand der Aufklärung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Kirche? Und wo steht die Annäherung auf dem „Synodalen Weg“?

Das PresseClub-Gespräch hat PresseClub-Vorsitzender Dr. Uwe Brückner moderiert.

Text: Dr. Uwe Brückner
Foto: Michael Lucan

Sehen Sie hier den Mitschnitt des PresseClub-Gesprächs vom 11.01.2022

Programm und Buch zum Olympia-Jubiläum 2022

PresseClub-Gespräch mit Münchens Kulturreferenten Anton Biebl und dem Autor Karl Stankiewitz

Programm und Buch zum Olympia-Jubiläum 2022 – PresseClub-Gespräch mit Münchens Kulturreferenten Anton Biebl und dem Autor Karl Stankiewitz am 07.12.2021. Foto: Bernd Lindenthaler.

2022 wird ein gigantisches Jahr des Sports in München: Die Landeshauptstadt feiert das 50. Jubiläum der XX. Olympischen Sommerspiele 1972 mit einem Reigen von Sport-Events, wie es die Stadt seit den Spielen nicht erlebt hat. 4.000 Sportlerinnen und Sportler werden bei den European Championship Munich 2022 um 158 Goldmedaillen kämpfen, über das ganze Jahr widmen sich Ausstellungen und Veranstaltungen dem Thema Sport. Und selbstverständlich wird an den tragischen Anschlag im Olympischen Dort erinnert, bei dem zwölf israelische Sportler ums Leben gekommen sind. Im PresseClub-Gespräch erläuterte Kulturreferent Anton Biebl die Details des einmaligen Jubiläums. Und unser Kollege Karl Stankiewitz berichtete, wie er vor einem halben Jahrhundert als Reporter die fröhlichen und die schrecklichen Stunden diese Olympischen Spiele erlebt hat. Gesammelt hat er seine Erinnerungen in seinem jüngsten Buch „München 1972. Wie Olympia eine Stadt bewegte“, das er druckfrisch zum PresseClub-Gespräch mitgebracht hat. Die Diskussion moderierte PresseClub-Ehrenvorsitzender Peter Schmalz, der am Tag des Anschlags selbst im Olympiadorf war.

Text: Peter Schmalz
Foto: Bernd Lindenthaler

Sehen Sie hier den Mitschnitt des PresseClub-Gesprächs vom 07.12.2021: