PresseClub-Gespräch mit Digital-Ministerin Dorothee Bär

Ein Virus zwingt die Welt, digitaler zu werden, daher hätten wir uns für unseren zweiten Livestream am 18.05. um 14:00 Uhr keinen besseren Gast wünschen können, auch wenn der Termin schon lange vor Corona vereinbart war: Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte in der Bundesregierung für Digitalisierung.

Teaserfoto: Jesco Denzel/Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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PresseClub-Gespräch mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Ehrenvorsitzender Peter Schmalz, Innenminister Joachim Herrmann und Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Brückner (von links). Foto: Egon Lippert.

Noch ist der PresseClub geschlossen und bleibt dies bedauerlicherweise auch noch einige Zeit. Doch dank moderner Technik konnten wir am 6. Mai unseren ersten Gast in Corona-Zeiten empfangen: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kam in den Club und hat mit uns per Livestream über eine Fülle von Themen diskutiert. Mit seinem Ressort ist der CSU-Politiker Sicherheit- und Verfassungsminister, zugleich aber auch für den Sport zuständig. Hat Joachim Herrmann als Verfassungsminister Bedenken wegen der gravierenden Eingriffe in die Grundrechte? Und wie ist die bisherige Corona-Bilanz des Sicherheitsministers? Weniger Unfälle und Einbrüche, aber mehr häusliche Gewalt? Mehr Sicherheit durch Grenzkontrollen? Und kann Bayerns Polizei ohne Fußballspiele und Großveranstaltungen endlich Überstunden abbauen? Ein weiteres Thema waren die neuen Verkehrsregeln mit mehr Rechten für Radfahrer und empfindlich höheren Strafen vor allem für Autofahrer. Das Gespräch moderierten Dr. Uwe Brückner und Peter Schmalz.

Foto: Egon Lippert

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Digitale Sternstunde

PresseClub-Vorstandsmitglied Manfred Otzelberger, Bayerische Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach, PresseClub-Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Brückner (von links). Foto: Johann Schwepfinger

Der Auftritt der jüngsten bayerischen Ministerin am 11. März 2020 im Internationalen PresseClub München wurde zum Sprühregen digitaler Handlungsansätze: „Smart Bayern“ z. B. der Bürger soll mit seinen Behörden und Volksvertretern direkt Kontakt aufnehmen können. E-Akte: Die elektronische Vorgangsakte, die in jedem Ministerium eingeführt und verwaltet werden soll. Dazu benötigt es auch digitale Kompetenzen bei Senioren, wie Schulkindern und Lehrern. Und vor allem flächendeckende Breitbandverkabelung. Die letzten Funklöcher seien oft auch Ergebnis von Standortknappheit: „... was soll der Netzbetreiber denn machen, wenn an manchen Orten kein Eigentümer für den Standort eines Sendermastes genommen werden kann?“

Judith Gerlach, die noch immer Mitglied der JU in Bayern ist, stammt aus Weibersbrunn im Stimmkreis Aschaffenburg, ist eineinhalb Jahre im Amt und leitet das kleinste Ministerium mit etwa 100 Mitarbeitern und 80 Millionen Euro Etat. Aber sie sprüht vor Projekten und verweist auf ihren Optimismus: „… den braucht man in meinem Job!“ Die 28-jährige ist studierte Juristin und wehrt sich gegen die noch immer vorherrschenden Ressentiments gegen jüngere Frauen in verantwortlichen Positionen. Sie wuchs sie als eines von drei Kindern des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Paul Gerlach auf, „in einem Haushalt wo wir täglich über Politik diskutierten. Wie der Vater studierte Judith Gerlach Jura. „Meine Wahl in den bayerischen Landtag hat Vater leider nicht mehr miterleben können ...“.

Die Ernennung zur Ministerin und insbesondere der Aufbau eines neuen Ministeriums für Bayern für „Digitales“ war für sie ein prägendes Erlebnis. Am ersten Arbeitstag traf ich auf eine Beamtin, die mir das Haus zeigte. Später kamen zwei weitere Beamte hinzu. Weder Organigramm, noch eine Ressortaufteilung oder eine Verwaltungsstruktur gab es. Die Ministerin setzte auf schlanke Strukturen und flache Hierarchien. Auch ein Quantenphysiker ist im Team und gibt wichtige Inputs zu Vorgängen, die eigentlich nicht sein Projekt seine.

Und ja, Querdenken und Optimismus, Überzeugungskraft und Hartnäckigkeit, das sei Ihr Rüstzeug. Ja, dabei setze sie auch und insbesondere auf Frauen: „Ich bin Feministin!“ Diese Aussage spricht sie ohne Nachsatz oder Erklärung aus. Junge Mitarbeiterinnen und Expertinnen seien nicht nur gut in IT und beim Codieren, sondern würden auch neue Ideen formulieren.

Die braucht es auch und die Überzeugungskraft, denn viele klassische Digitalprojekte, wie „5G“ oder „Künstliche Intelligenz/KI“, digitale Kompetenz in der Schule oder digitales Health-Management seien in anderen Fachministerien angesiedelt. Der Reiz und auch die besondere Umsetzung der Themen dieses neuen Digitalministeriums liegt in der Querschnittsarbeit: Gerlach muss mit ihren Projekten die KollegInnen in den anderen Ministerien überzeugen und vor allem den Bürger in den Dialog einbinden. Moderiert wurde die Veranstaltung von PresseClub-Vorstandsmitglied Manfred Otzelberger und dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Brückner.

Text: Dr. Uwe Brückner

Fotos: Johann Schwepfinger

Wachwechsel im Internationalen PresseClub München

Uwe Brückner neuer Vorsitzender
Peter Schmalz zum Ehrenvorsitzenden gewählt

Der PresseClub Vorstand um den neuen Vorsitzenden Dr. Uwe Brückner und seine Stellvertreter Kerstin Tschuck und Maximilian Rossek. Foto: Egon Lippert.

München, 18.2.2020. Der Internationale PresseClub München hat auf seiner Mitgliederversammlung am Montagabend einen neuen Vorsitzenden gewählt: Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Uwe Brückner löste Peter Schmalz ab, der nach vier Jahren nicht erneut kandidierte. Brückner dankte seinem Vorgänger für die erfolgreichen Jahre, in denen der PresseClub seine führende Stellung als Informationsbörse aller Medienschaffenden in der Landeshauptstadt ausbauen konnte. Sein Vorschlag, Schmalz zum Ehrenvorsitzenden zu wählen, wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig angenommen.

Der Internationale PresseClub München ist mit gut 1.000 Mitgliedern die größte Institution dieser Art in Deutschland. In seinen eigenen Räumen am Marienplatz wurden im vergangenen Jahr über 250 Veranstaltungen organisiert, darunter Pressegespräche mit Ministerpräsident Markus Söder, der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sowie den Kirchenführern Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

In die Amtszeit von Peter Schmalz fiel der renovierungsbedingte Umzug des Clubs in das Ausweichquartier im Tal und die Rückkehr in die angestammten und sanierten Räume am Marienplatz. Ein doppelter Umzug, der eine erhebliche finanzielle Herausforderung war. Doch die attraktiven Veranstaltungen, die außergewöhnliche Lage und die professionelle Betreuung durch die Geschäftsstelle haben den PresseClub wieder zu einem begehrten Treffpunkt im Herzen der Stadt gemacht. „Mit hochkarätigen Gesprächspartnern und intensiven Diskussionen werden wir den PresseClub als Ort weiterentwickeln, an dem die großen und wichtigen gesellschaftlichen Fragen besprochen werden“, betonte der neue Vorsitzende Uwe Brückner.

Zur Person: Brückner (Jahrgang 1960) studierte Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der HFF/München, arbeitete als Lokaljournalist beim „Coburger Tageblatt“, Regieassistent und Sportreporter beim „Bayerischen Fernsehen“, später als TV-Redakteur bei „Tele-Zeitung München“ und „tv-weiß-blau“.  Danach stellv. Leiter des Landesbüro Süd von „RTL plus“ und Programmchef des Münchenfensters „RTL MÜNCHEN live“. Er war Gründungsgesellschafter von „Oberfranken TV“ , Gründungsmitglied der „Bayerischen Akademie für Fernsehen“ und stellv. Programmchef von „münchen.tv“, Projektleiter des Spartensenders „plenum.tv“ und war zuletzt als Chefredakteur verantwortlich für den Neuaufbau des Regionalsenders „tv.ingolstadt“. Er promovierte 2018 zum Dr.phil. an der Medienwissenschaft der Filmuniversität Babelsberg/Potsdam mit einer Arbeit über die Glaubwürdigkeit der neuen Fernsehgattung „Business-TV“.

Fotos: Johann Schwepfinger, Egon Lippert

PresseClub goes Medientage 2019 –

auch heuer wieder mit erfolgreicher Beteiligung des PresseClub München, der u.a. das clubeigene Mentoringprogramm mit konkreten Beispielen präsentierte.

PresseClub goes Medientage 2019. Foto: Johann Schwepfinger.

Am 23., 24. und 25. Oktober ging es am Stand des PresseClubs aber auch um Journalismus allgemein und die Situation der Frauen in diesem Beruf.

Wichtiger Programmpunkt  war „Rainbow Refugees“ – ein Projekt mit Schilderungen  von Frauen und Männern, die wegen ihrer sexuellen Orientierung aus ihrer Heimat fliehen mussten. Der daraus entstandene Berichtsband, an dessen Realisierung  der PresseClub mitgewirkt hat, lag auf der Messe kostenlos aus.

Text: Helmut Gierke

Fotos: Johann Schwepfinger