Mitglieder des PresseClubs auf kunsthistorischen Pfaden in Freising

Bei wärmstem Sommerwetter hat sich am 26. Juni eine kleine Gruppe unserer Mitglieder in Freising eingefunden, um zwei kulturelle Highlights zu erkunden: Den Asamsaal am Marienplatz und das Diözesanmuseum auf dem Domberg.

Höchst aufschlussreich waren die Ausführungen von Markus Bader, Leiter des Freisinger Kulturamts und Programmdirektor des Theaterangebots im vor zwei Jahren neu eröffneten Asamsaal. Sieben Jahre Bauzeit hat es bedurft, um das gesamte Areal, dessen Wurzeln ins 18. Jahrhundert zurückreichen, in einen Zustand zu versetzen, der allen heutigen Ansprüchen an Sicherheit, Komfort und Ästhetik gerecht wird. Wie Ulrich Setzwein, Projektleiter vom Freisinger Hochbauamt, trocken bemerkt: In einem so guten Zustand wie heute war das Gebäude noch nie. Man kann nur erahnen, welche Arbeit und Ausdauer erforderlich waren, um alle technischen, finanziellen und politischen Hürden zu nehmen. Manch heiße Diskussion ist auch noch in alten Presseberichten nachzulesen. Und heute ist dieses pulsierende Kunst- und Kulturzentrum im Herzen Freisings nicht mehr wegzudenken: Die Auslastungsquote von 98 % spricht für sich!

Eine kunsthistorische Besonderheit im Asamsaal erläuterte uns Eva Willberg, Leiterin des Stadtmuseums: Das wunderbare Deckenfresko von Hans Georg Asam, dem Vater der berühmten Brüder Asam. Er schuf es 1709 und es grenzt an ein Wunder, dass es über die Jahrhunderte erhalten werden konnte.

Nach einem Rundgang durch die inspirierenden und lichten Räume des Stadtmuseums im ersten Obergeschoß des Gebäudes und einer Stärkung im mediterranen Ambiente des Innenhofs ging es auf den Domberg. Dort erwartete uns Dr. Carmen Roll, Kuratorin der Ausstellung „Himmlisches Wiedersehen“ – die uns mitgenommen hat auf eine großartige Reise durch die sakrale und sakral inspirierte Kunst des 19. Jahrhunderts.

Unser ganz herzlicher Dank gilt allen unseren oben erwähnten Gesprächspartnern, die ihre Zeit so großzügig mit uns geteilt und Einblicke in ihre Arbeit gewährt haben.

Text: Hildegard Tröger
Fotos: Hildegard Tröger

Die FDP nach dem Bundesparteitag – Starten die Liberalen jetzt eine Comeback-Tour?

 Der FDP-Generalsekretär Martin Hagen im Gespräch mit PresseClub-Vize David Brill

Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki war nicht dabei, aber sonst hatte die Partei landes- und bundespolitische Prominenz aufgeboten, um zu signalisieren, dass sie es ernst meint mit dem Comeback. Martin Hagen, der neue FDP-Generalsekretär und frühere Fraktionsvorsitzende im Landtag, Matthias Fischbach, der bayerische FDP-Vorsitzende, Präsidiums-Mitglied Susanne Seehofer und als Experte Journalist Stefan Mack, Leiter der Landespolitik bei Antenne Bayern waren in den Presseclub gekommen, um mit dem stellvertretenden Clubvorsitzenden David-Pierce Brill und dem anwesenden Publikum über die Zukunft der Partei zu diskutieren.

Die FDP, die nicht mehr im Bundestag und nur noch in sechs von 16 deutschen Landtagen vertreten ist, muss wieder wahrgenommen werden, das ist das erste Ziel und das klappt, so Generalsekretär Martin Hagen, seit dem Ostersonntag, als Wolfgang Kubicki seine Kandidatur erklärt hat. Und seit dem Bundesparteitag, als Kubicki in einer Kampfkandidatur gegen Agnes Strack-Zimmermann knapp sechzig Prozent der Stimmen bekam, sind die Umfragewerte und Mitgliederzahlen in der Tat gestiegen. „Kubicki ist ein politisches Schlachtross. Die Leute wollen klare Kante“, sagt Susanne Seehofer. Es lohne sich wieder, für die FDP auf die Straße zu gehen. „Die FDP braucht ein klares Profil, nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner“, sagt auch Martin Hagen. So soll neben der tagespolitischen Kommentierung auch das Grundsatzprogramm der FDP neu aufgesetzt und stärker weltanschaulich ausgerichtet werden. Darin solle deutlich werden, was liberale Politik ausmacht und was sie von anderen unterscheidet.

Man müsse sich als marktwirtschaftliche Reformkraft positionieren, so Martin Hagen. Es gehe um eine Kehrtwende nach einer völlig verfehlten Energiepolitik. Und natürlich das leidige Thema Bürokratie. „Wir müssen wegkommen von einer Überregulierung, wir brauchen eine radikale Deregulierung, auch aus Brüssel“. Auch die Überlegungen von Landeschef Matthias Fischbach gehen in diese Richtung. „Man sollte auf die Hälfte der Vorschriften verzichten und dann schauen, was am Ende herauskommt“, sagt er.

Auch Experte Stefan Mack hält das Thema Wirtschaft für fundamental, zumal sich die FDP in Bayern traditionell schwertue. Er rät, sich als Gegengewicht zur Bundesregierung zu positionieren und enttäuschte Unionswähler von der FDP zu überzeugen.

Natürlich ist auch in dieser Diskussion die AfD ein Thema. „Wir haben in fundamentalen Fragen sehr unterschiedliche Vorstellungen. Die AfD ist denkbar weit weg von uns, zum Beispiel beim Thema Westbindung“, sagt Martin Hagen. Allerdings halte er nichts von symbolhafter Ausgrenzung à la Brandmauer. Auch Susanne Seehofer betont, dass es keine Koalition mit der AfD geben werde, schon wegen der Unvereinbarkeit mit dem liberalen Menschenbild. Aber sie gibt auch zu bedenken, dass man beispielsweise in der Lokalpolitik nicht auf sinnvolle FDP-Anträge verzichten werde nur auf die Gefahr hin, dass auch die AfD zustimme. Und Matthias Fischbach ergänzt, man müsse es schaffen, dass sich die AfD inhaltlich blamiert.

Abschließend wird Susanne Seehofer noch von PresseClubmitglied Manfred Otzelberger gefragt, was ihr Vater, der CSU-Politiker Horst Seehofer ihr denn so rate. Darauf die Tochter: „Das Schönste an den Gesprächen ist, dass sie geheim bleiben.“

Offen bleibt auch, ob die gesammelten Comeback-Bemühungen der FDP zum Erfolg führen werden.

Hier finden Sie die Diskussion in ganzer Länge als Aufzeichnung:

Text: Daniela Philippi
Fotos: Matthias J. Lange

Exkursion am 10.6.26 zur Sonderausstellung „Convivium“ in der Pinakothek der Moderne

Besuch der Sonderausstellung „Convivium. Nahrungssysteme am Limit.“

Am 10. Juni fanden sich Mitglieder des PresseClubs in der Pinakothek der Moderne ein, um die Sonderausstellung Convivium. Nahrungssysteme am Limit. im Architekturmuseum der TUM zu besuchen.

Unter Führung von Kuratorin Andjelka Badnjar konnten wir tiefe und beeindruckende Einblicke in die vielfältigen Dimensionen der heutigen Lebensmittelproduktion gewinnen.

Europa steht im Mittelpunkt, aber die globale Vernetzung, getrieben von kommerziellen Erwägungen, ist dabei nicht wegzudenken und es werden Wirkmechanismen sichtbar, die dem Verbraucher am Ende der Produktionskette in der Regel verborgen bleiben.

In zwölf Stationen werden u. a. Themen wie Obst- und Gemüseerzeugung, Treibhausarchitektur, Milchproduktion als Großindustrie oder Bodennutzung bzw. - Übernutzung dargestellt.

Konfrontiert mit eigentlich vertrauten Dingen des alltäglichen Lebens, verlässt man diese Ausstellung sehr nachdenklich. Ein herzliches Dankeschön geht an Kuratorin Andjelka Badnjar, die uns mit ihrer Expertise in den Bann gezogen hat! Ein ebenso großes Dankeschön an Cara Hähl-Pfeifer, Research Associate, die uns diesen Einblick schnell und ganz unbürokratisch ermöglicht hat!

 

Text: Hildegard Tröger
Fotos: Hildegard Tröger

Ein Museum für die Münchner –

Dr. Markus Speidel, Direktor des derzeit geschlossenen Münchner Stadtmuseums zu Gast im Presseclub

Es war immer ein kleiner geheimer Wunsch von mir, Direktor des Stadtmuseums zu werden“, so beschreibt Markus Speidel, der zuvor diverse verantwortungsvolle Positionen in Baden-Württembergs Museumslandschaft bekleidete, seine innere Verbundenheit mit München. Verbundenheit, die auch herrührt vom Volontariat beim Deutschen Museum in München, seiner Promotion und von seiner Ehefrau, einer waschechten Münchnerin. Studiert hat Speidel Wissenschafts- und Technikgeschichte und Europäische Ethnologie.

Nun also sozusagen am Ziel seiner Wünsche kommt Markus Speidel aus dem Strahlen nicht heraus, als er im Gespräch mit PresseClub-Mitglied Peter Althammer und den Zuhörern im Saal die Sammlungen seines Hauses in einer langen Reihe aufzählt. Sie reichen, um nur einige zu nennen, von der mittelalterlichen Rüstung- und Waffensammlung über Graphik, Gemälde, Möbel, Musikinstrumente, Foto, Film und Puppentheater bis zur Schaustellersammlung mit Flohzirkusgeschirr und Geisterbahn. 4,5 bis 5 Millionen Objekte sind es wohl, schätzt Speidel, der seit 1. Juli 2025 Chef des Hauses mit gut 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist.

Das Problem ist nur: Das Haus ist derzeit geschlossen und soll, wenn alles gut geht, erst 2031 wiedereröffnet werden. Die Großbaustelle ist nötig geworden, weil viele Gebäudeteile in die Jahre gekommen sind und grundlegend saniert werden müssen. Dabei werden auch die einzelnen Räume technisch und klimatisch ertüchtigt, damit die Exponate keinen Schaden nehmen. Die erfreuen nicht nur in München, sondern sind auch immer wieder bei anderen Museen gefragt. „Ich unterschreibe laufend Leihverträge und das ist ein gutes Zeichen“, so der Chef über die qualitätvolle Sammlung.

5 Jahre bis zur Wiedereröffnung – eine lange Zeit, vor allem auch in volatilen Zeiten wie den jetzigen. Denn auch umgekehrt gesehen, was vor fünf Jahren war, liegt eine halbe Ewigkeit zurück. Und so zögert Markus Speidel auch, Details zur Konzeption zu nennen. Aber so viel ist schon klar: Das Museum bekommt im Zuge des 250 Millionen Euro Projekts im bisherigen Handwerkerhof, der mit einem Glasdach überdacht wird, einen neuen würfelförmigen Gebäudeteil. Von dem aus sollen Rundgänge durchs Museum möglich werden, wie es sie bisher in dieser Form noch nicht gibt. Das Atrium im Erdgeschoss soll kostenlos zugänglich sein und zu einem Treffpunkt für die Stadtgesellschaft werden und Lust machen, auch mal ins Museum zu schauen. Es soll auch sogenannte Resonanzräume geben, wo Themen sichtbar werden, die die Menschen beschäftigen. Dabei sollen die Besucher nicht nur rezipieren, aufnehmen, sondern die Angebote sollen „partizipativ, kollaborativ“ sein, wie es der Museumschef formuliert. Auch an drei Dauerausstellungen ist gedacht, die sich mit der Geschichte des Museums beschäftigen, mit wichtigen Themen und mit der Fülle und Breite der Sammlung. So konzipiert, dass die Besucher sie auch alle drei auf einmal anschauen können, um einen umfassenden Eindruck vom Münchner Stadtmuseum zu bekommen.

Was der Museumsdirektor wohl in seiner Eröffnungsrede 2031 sagen wird, will Moderator Peter Althammer zum Schluss wissen. Allgemeines Gelächter. „Nehmt’s Euch“ – sagt Markus Speidel. Denn das Haus soll ein Museum der Münchner werden, das den Menschen am Herzen liegt. Und es soll darin die Vielfalt der Stadt und der Gesellschaft deutlich werden. Und dieser Gedanke kommt nicht von ungefähr, denn ein Großteil der Sammlung ist über die Jahrhunderte aus der Münchner Stadtgesellschaft ins Haus gekommen.

Text: Daniela Philippi

„Wir brauchen einen Booster durch Olympia“

Der neue OB Dominik Krause am 7. Mai zu Gast im PresseClub

Antrittsbesuch von Dominik Krause als neuer Oberbürgermeister im PresseClub München

Die Münchner Stadtspitze steht inzwischen. Doch einen Tag vor der Vorstellung des Koalitionsvertrags und in der Endphase der Koalitionsverhandlungen ließ es sich Dominik Krause nicht nehmen, für eine knappe Stunde in den PresseClub zu kommen. PresseClub Vize David-Pierce Brill und Vorstandsmitglied Constanze von Hassel führten das lebendige, flotte und entspannte Gespräch mit dem neuen Oberbürgermeister, an dem im Publikum auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern und fast schon Stammgast im PresseClub teilnahm, herzlich begrüßt von Dominik Krause.

„Sehr schön“ seien die ersten Tage als OB gewesen und die Gespräche mit den Koalitionspartnern SPD, FDP und Freien Wählern „sehr konstruktiv“. Der grüne OB dankte auch der CSU und deutete an, dass diese, obwohl in der Opposition, einen Referenten-, also Stadtministerposten bekommen würde, was inzwischen ja auch mit dem Kommunalreferat passiert ist. Allen sei klar, dass der Haushalt dringend saniert werden müsse. Krause sieht im laufenden Verwaltungshaushalt deutliches Sparpotential, um Handlungsspielräume für die wirklich wichtigen Themen zu gewinnen, als da sind der Bau von Wohnungen und Kitas und der Ausbau des ÖPNV. Krause bekräftigte die Zahl von 50.000 Wohnungen, er habe so kurz nach Amtsantritt zwar noch keinen festen Plan, aber er habe bereits zu einem Wohnungsgipfel eingeladen. Es gelte, nicht selbst zu bauen, sondern vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen.

Großes Vorbild für Krause, das wird immer wieder deutlich: Hans-Jochen Vogel, der seinerzeit in ähnlich jugendlichem Alter, sogar noch 1 Jahr jünger, ins Amt des Oberbürgermeisters gewählt worden war. Deshalb begrüßt auch Krause die Olympiabewerbung der Stadt München und hofft, dass die Stadt im Herbst im innerdeutschen Wettbewerb den Zuschlag bekommt. „Wir brauchen einen Booster durch Olympia“, so Krause und er zieht die Parallele zu den Olympischen Spielen 1972 und dem was damals im Vorfeld an Erneuerungen beschleunigt in die Gänge gekommen war. Vogel sei der Vater der modernen Stadtplanung gewesen, nun gelte es, die Stadtentwicklung digital fortzuschreiben.

Angesprochen darauf, ob seine 35 Jahre eine Chance oder eine Bürde sein, meint der gelernte Physiker sachlich: „Weder noch, sie sind kein Kriterium in keine Richtung“. Erfahrung zu haben sei nicht ganz falsch, aber immerhin sei er ja seit 12 Jahren Stadtrat und seit zweieinhalb Jahren Bürgermeister gewesen. Und zum Oktoberfest: „Es ist mir eine gigantische Ehre, anzapfen zu dürfen“. Das sei zwar nicht die wichtigste Aufgabe, aber in der Außenwahrnehmung schon von großer Bedeutung. Und so will er im Sommer ins Training gehen, um beim Anzapfen auf 2-3 Schläge zu kommen.

Und wie reagieren die Münchnerinnen und Münchner auf den Neuen? Er sei gewarnt worden, mit der U-Bahn zu fahren. Er werde aber nett angesprochen, Anfeindungen habe er keine erlebt. Locker gibt er auf alle Fragen Antwort, die nicht im Detail den zum Zeitpunkt des Gesprächs noch nicht ganz fertig verhandelten Koalitionsvertrag betreffen. Nach 45 Minuten geht ein munteres Gespräch zu Ende, bei dem auch viel gelacht wurde. Und als kleinen Glücksbringer bekommt der Gast beim Abschied eine Ansteckpin mit der Bavaria drauf in die Hand gedrückt. Es wird interessant sein zu sehen, wie die 100-Tage-Bilanz von OB Dominik Krause ausfallen wird, zu der wir ihn hoffentlich wieder im PresseClub begrüßen dürfen.

Text: Daniela Philippi
Foto: Theresa von Hassel